Die Stadt ist in mehrere Bereiche eingeteilt, am ehesten wird zwischen der Altstadt, Old Delhi, und den neueren Gebieten, New Delhi, unterschieden. Da die Metropole mit 20 Millionen Einwohnern erstmal überfordernd wirkt, hier meine Tipps. 

Lotus Tempel

Der zentrale Saal des Tempels ist rund. Sein Durchmesser bildet 75 Meter. Gleichzeitig können 1.300 Menschen im Saal, dessen Deckenhöhe 31 Meter beträgt, darin Platz finden. Innerhalb des Tempels gibt es keine Malereien und Fresken. Nach der Meinung der Schöpfer soll kein überflüssiger Schmuck die Gläubigen von Gebeten ablenken. Täglich besuchen paar Tausende Menschen den Tempel. An den wichtigen buddhistischen Feiertagen besuchen bis zu 150.000 Menschen pro Tag den Tempel. Seit der Eröffnung und bis Gegenwart haben schon mehr als 50 Millionen Menschen aus der ganzen Welt den Lotustempel besucht. Mein Lieblingsplatz in Delhi. 

Bei weitem nicht alle weltweit bekannte Tempel waren vor mehreren Jahrhunderten aufgebaut. Der Bau des neben New-Delhi gelegenen Lotustempels wurde im Jahre 1986 beendet. Das ist einer der schönsten und ungewöhnlichsten Tempel Indiens. Der Name des einzigartigen religiösen Bauwerks spiegelt seine Hauptbesonderheit vollkommen wider. Von außen erinnert der Tempel an die riesige Lotusblume, die mit den schönen Becken und der schönen Landschaft umgeben ist. Abends ist der wichtigste buddhistische Tempel Indiens mit der wundervollen Kunstillumination beleuchtet, deshalb begeben sich viele Touristen zum Tempel am Abend.

Beim Tempelbau wurde die seltene schneeweiße Marmor verwendet, aus dem die riesigen „Blumenblätter“ der Lotusblume erschaffen waren. Seit der Eröffnung gilt der Lotustempel als die markante architektonische Sehenswürdigkeit des Landes und wurde mit mehreren Architekturpreisen ausgezeichnet. Die einzigartige Außengestalt ist nicht die einzige Besonderheit des Tempels, dessen Innenausstattung genauso wundervoll ist.

Hauz Khas Village

Ich muss zugeben, ich habe mich für einen sanften Start für meinen Urlaub in Delhi entschieden. Hauz Khas Village im Süden bietet einen guten Einstieg. Umgeben von malerischen Ruinen, grünen Seen und Parks, ist es bei jungen Indern wegen seiner Geschäfte, Restaurants, Bars und auch Clubs sehr beliebt. Die Straßen sind verwinkelt und nicht asphaltiert, ein paar Kühe gibt es auch zu sehen und Trubel herrscht überall. Dennoch ist Hauz Khas Village eine sehr abgeschwächte Form ganz Delhis, da der Verkehr geringer, die Luft weniger stark belastet und alles etwas entschleunigter ist.

Qutb Minar

Ebenfalls im Süden Delhis liegt der Gebäudekomplex um Qutb Minar, einem Siegesturm und ehemaligen Minarett. Die Anlage, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, ist sehr weitläufig und super gepflegt, sodass ich dort ein paar Stunden verbracht habe. Im Schatten der Bäume lässt sich außerdem eine schöne Picknickpause einlegen. Allerdings gibt es auf dem Gelände keine Verkaufsstände, sodass ein bisschen Proviant eingepackt werden sollte. Vorsicht nur mit den Streifenhörnchen. Sie sehen sehr süß aus, wenn sie allerdings Nahrung riechen, gewinnt der Hunger gegen ihre Scheu und Kekse oder andere Leckereien befinden sich in akuter Gefahr angeknabbert oder entführt zu werden.

Khan Market

Ein zentral gelegener Lieblingsort vieler junger und eher wohlhabender Bewohner Delhis ist der Khan Market unweit des India Gates. Hier gibt es einige schöne Geschäfte zum Stöbern, genauso wie liebevolle Cafés und Restaurants, um sich zu erfrischen oder den Tag ausklingen zu lassen. In den Läden dort habe ich auch ein paar günstigere und sehr schöne Andenken an die Stadt und meinen Urlaub in Delhi gefunden.

Old Delhi, Jama Masjid

Nach ein paar Tagen Eingewöhnungsphase empfehle ich komplett in Delhi einzutauchen. Dafür ist ein Besuch in den verwinkelten Gassen Old Delhis unerlässlich. Das gehört eben zu einem richtigenUrlaub in Delhi dazu! Statt Autorikschas und Taxen fahren hier hauptsächlich Fahrradrikschas und Motorräder durch die Gegend. Jede Ecke des Marktes hat sich auf ein bestimmtes Sortiment spezialisiert, sodass es Gassen von Geschäften ausschließlich für Hochzeitskarten, Stoffe, Büromaterialien oder Gewürze gibt. Die kleinen Sträßchen verjüngen sich immer weiter, je tiefer man in ihr Geflecht eindringt. Motorräder und Roller finden ihren Weg jedoch auch durch die schmalste Stelle. Ich war immer dafür gewappnet im Notfall zu Seite springen zu können.

Zwischen den engen Gassen Old Delhis und dem imposanten Red Fort liegt die Jama Masjid, die größte Moschee Indiens. Sie besteht aus beeindruckend dicken Mauern und 2 Minaretten mit wundervoller Aussicht. Es gibt allerdings keinen geschlossenen Innenraum, da pragmatisch draußen gebetet wird. Der Boden heizt sich im Laufe des Tages so sehr auf, dass das Laufen nur noch auf den schmalen Teppichen, die wie Gänge ausgelegt sind, möglich ist. Die Aussicht auf die ganze Stadt von den obersten Türmen ist es aber wert den Hof zu überqueren und hinaufzusteigen.

Lodi Gardens

Die Lodi Gardens sind eine sehr große und wunderschöne Parkanlage inmitten Delhis, die sehr gut gepflegt ist und darüber hinweg täuscht, dass ein paar der ärmsten Viertel in unmittelbarer Nähe liegen. Reizvoll sind sie dennoch, besonders durch die alten Mausoleen, die überall im Park verteilt sind. Ich fand es immer wieder schön, frisch verliebte Paare zu entdecken, die die Gärten nutzen um sich ungestört zu treffen.

Rikscha fahren

Auch wenn es ein Klischee ist: Bei eurem Urlaub in Delhi unbedingt Rikscha fahren! Es ist aufregend, laut, spannend, stickig, rumpelig, schnell und ich habe mich immer wieder gefragt, wie der Fahrer es schaffen will, sich durch die kleinste Lücke zu zwängen. Er hat es immer geschafft. Rikscha fahren ist von unserer Vorstellung der geregelten Fortbewegung so weit entfernt wie nur möglich und genau deshalb würde ich es jedem empfehlen. Das Gefühl Delhis ein bisschen in sich aufzusaugen geht am besten durch eine kleine grün-gelbe Autorikscha. Wichtig: Immer vorher einen Preis aushandeln.

Obwohl ich nur 4 Wochen in Delhi war, hat mir die Stadt Lust auf mehr gemacht. Auf mehr Indien, mehr Wissen über den Subkontinent, mehr Kontakte mit Indern und darauf mehr zu lernen. Mir wurde von vielen anderen Reisenden empfohlen Delhi lieber zu meiden und mich auf die Landschaft oder religiöse Stätten im Umland zu konzentrieren, da die Hauptstadt zu anstrengend, zu ungewohnt sei. Ich muss aber sagen, dass gerade der große Unterschied zu europäischen Städten und die ständigen Überraschungen, die hinter jeder Ecke lauern können, einen besonderen Reiz für mich ausmachen. Das Abenteuer Delhi solltet ihr euch nicht entgehen lassen.